Weltpremiere beim Automobilsalon in Genf 1998
Rinspeed E-Go Rocket - der Odem der Egoisten!
Die Idee
Frank M. Rinderknecht, Gründer und Inhaber der Rinspeed AG: "Die Rinspeed E-Go Rocket bedeutet für mich nach der Kreation des Rinspeed Mono Ego eine weitere Horizonterweiterung, eine neue und innovative Herausforderung. Ich wollte Gesetz und Design unter einen Hut bringen. Die Rinspeed E-Go Rocket sollte ein absolut exklusives, aber strassentaugliches Fahrzeug werden. Das Fahrzeug sollte einerseits an die legendären Salzseen-Rekord-Fahrzeuge der 40er Jahre erinnern, den dazumaligen Mut zur Geschwindigkeit und Pioneergeist auf den Salzflächen Bonneville's (Utah) wieder aufleben lassen, andererseits aber auch den neusten Stand der Technik und natürlich die Fähigkeiten von Rinspeed repräsentieren." Für die kurze Entwicklungszeit hat Frank M. Rinderknecht seine eigene Erklärung: "Wenn Dinge unter Zeitdruck entstehen, entwickeln sie sich meist besser, als wenn man lang hin und her überlegen kann."
Ungewöhnlich an Frank M. Rinderknechts neuestem Wurf ist die Tatsache, dass die Rinspeed E-Go Rocket den geltenden EG-Normen entspricht und strassentauglich ist. "Wir wollten ein exklusives Fahrzeug bauen, das nicht nur als Pilotprojekt an Ausstellungen präsentiert, sondern auch auf der Strasse gefahren werden kann", unterstreicht Frank M. Rinderknecht eines der ehrgeizigen Ziele bei der Realisierung dieses Projektes. Was das Rinspeed-Kunstwerk kosten soll, in dessen über dem Motor liegenden Kofferraum sogar noch Gepäck Platz findet, steht noch nicht fest. Gebaut wird dieses exklusive Fahrzeug allerdings nur auf Bestellung.
Die Entwicklung
Bei der Realisierung des Entwurfs arbeitete Frank M. Rinderknecht mit modernster Technik. Das Fahrzeug wurde im CAD/CAM-Verfahren entwickelt. Mit dem CAD/CAM-Rechner konnten sämtliche Details so bearbeitet werden, dass beim 1:1-Modell kaum noch Änderungen angebracht werden mussten. Rinderknecht: "Mit dem CAD/CAM, gekoppelt an eine Fünf-Achs-Fräsmaschine, können wir eine unübertroffene Verarbeitungsqualität und ein unerreichtes Tempo bei der Realisierung bieten. Das hat uns bei der kurzfristig angesetzten Verwirklichung des Rocket-Projekts natürlich sehr geholfen."
Die Partner
Um die Reifen kümmerte sich die Firma Continental, die weltweit zu den bedeutesten Gross-Serienherstellern und im High-Performance-Bereich zu den erfahrensten Reifenfabrikanten überhaupt gehört. Der ContiSportContact zeichnet sich durch eine exzellente Kurvenstabilität, präzises Lenkverhalten, sein hervorragendes Nässeverhalten und seine grosse Sicher-heitsreserven aus.
Antera übernahm die Herausforderung, für die Continental-Reifen ebenso spezielle Felgen herzustellen. Die italienische Firma ist für ihr avantgardistisches Design und ungewöhnliche, technische Lösungen bekannt. Die Ventile beispielsweise sind hinter den Radschrauben aus Titan versteckt, damit das Gesamtbild der Felgen nicht durch auf dem Felgenbett abstehende Ventile gestört wird.
In Sachen Fahrwerkstechnik stand Rinspeed die Firma Eibach bei - der weltweit führende Hersteller von Fahrwerkskomponenten. Die auf Fahrwerkstechnologie spezialisierte Firma Eibach Suspension Technology, die neben den weltweit wichtigsten Motorsport-Teams - unter anderem auch für den Formel-1-Stall McLaren - tätig ist, entwickelte die Federbeine und die Stabilisatoren der Rinspeed E-Go Rocket. Eibach hat sich mit Fahrwerksentwicklungen für Fahrzeuge global einen erstklassigen Ruf verschafft. Bei der Rinspeed E-Go Rocket stellt Eibach selbst konstruierte, vierfach verstellbare Renndämpfer vor. Diese Hi-Tech-Dämpfer sind in Eibach's R&D-Center in England entwickelt und produziert worden, aufbauend auf der jahrzehntelangen Erfahrung von Eibach im weltweiten Markt. Mit dieser Produkteeinführung unterstreicht Eibach seinen Anspruch, sich in Zukunft auch als Fahrwerkssystem-Spezialist im Markt zu etablieren.
Der österreichische Auspuffspezialist Remus entwickelte für den Rinspeed E-Go Rocket eine strömungsoptimierte Auspuffanlage. Der Name Remus verbindet Qualität mit ungewöhnlichen technischen Lösungen. Der im Rennsport von den Tourenwagen über den Rallyesport bis in die Formel 1 (Damon Hill) aktive Auspuffhersteller setzt seine daraus gewonnenen Erkenntnisse in seinen Produkten erfolgreich um.
Der grösste Schweizer Automobilzulieferer Rieter Automotive Systems rüstete die Rinspeed E-Go Rocket mit allerfeinstem Bodenbelag sowie Hitzeschildern aus. Die in der Öffentlichkeit wenig bekannte Firma ist auf integrierte Schall- und Hitzeschutzlösungen sowie Innenver-kleidungen von Fahrzeugen spezialisiert und beliefert weltweit fast alle Auto-Gross-Serien-hersteller.
Damit das Interieur und die Aussengestaltung einer harmonische Einheit bilden, hat Burg Design Automotive als Autoausstattungsspezialist mit seinen modernen HI-TECH Anlagen und dem Fingerspitzengefühl der Designer einmal mehr seine Kompetenz bewiesen. Die Firma aus Österreich konzentriert sich auf die Ausstattung von Spezialserien und Interieur-Applikationen in Holz, Alu und Carbon. Unter anderem hat Burg Design Automotive zwei Verfahren mit den Namen EVOTEC und INOTEC entwickelt, die eine vielfältige Produktepalette für die Autoindustrie bieten und sowohl für den OEM-Markt als auch für den After Sales-Markt bestimmt sind.
Eine besondere Erwähnung verdient auch das masggeschneiderte Reisegepäck: Es wurde von der Schweizer Firma De'Shama hergestellt. De'Shama ist auf Reisegepäck und -systeme spezialisiert.
Dank einer Radio-CD-Hifi-Anlage von Philips Car Systems kommt bei der offenen Rinspeed E-Go Rocket auch die akustische Berieselung nicht zu kurz. Damit der Lenker oder die Lenkerin doch nicht ganz alleine unterwegs ist, sorgt die sympathische Beifahrerin Carin, das First-Class-Navigationssystem von Philips Car Systems. Carin führt die Besatzung sicher und stressfrei zum Ziel. Die Philips Car Systems Gruppe gehört auf dem Automobilsektor zu den wichtigsten Erstausrüstern und seit kurzem zur VDO-Mannesmann-Gruppe.
TLC Carrossiers Inc. schliesslich hat den ganzen Fahrzeugaufbau der Rinspeed E-Go Rocket übernommen. Die Firma ist in West Palm Beach im Staate Florida/USA zu Hause und hat schon beim Rinspeed Mono Ego und Rinspeed Yello Talbo diese Aufgabe hervorragend gelöst.
Der Luftfracht-Spezialist Lufthansa Cargo besorgte den sorgfältigen, zuverlässigen und termingerechten Transport der E-Go Rocket zum rechtzeitigen und makellosen Auftritt vor der Weltpresse in Genf.
Die Technik
Unter der grosszügig aufklappbaren Motorenabdeckung verbirgt sich ein V8-Aluminium-Motor mit 32 Ventilen, der mit einem Kompressor satte 410 PS leistet (maximale Aufladung 0,35 bar). Das in der Mitte des Fahrzeuges angeordnete Kraftpaket beschleunigt den Einsitzer aus dem Stand in 4,8 Sekunden auf 100 km/h (Höchstgeschwindigkeit ca. 260 km/h). Die im Fahrzeugbau selten angewendete Composite-Karosserie verleiht der Rinspeed E-Go Rocket aussergewöhnliche Stabilität. Dank dieser Leichtbauweise ist die Rinspeed E-Go Rocket nur 1'050 kg schwer - ein Leistungsgewicht, an dem auch Piloten von exklusiven, italienischen Sportwagen ihre helle Freude hätten. Das direkt vor der Hinterachse liegende 5-Ganggetriebe wird von Hand geschaltet. Die Neigung der Windschutzscheibe ist geschwindigkeitsabhängig einstellbar. Auch im Interieur wurden neue Wege beschritten: Der Sitz wurde in verwaschenen Jeans-Stoff bezogen. Die 18-Zoll-Räder sind einzeln aufgehängt. Die üppigen Reifenab-messungen (235/50 vorn, 255/45 hinten) garantieren einen einwandfreien Bodenkontakt