Weltpremiere beim Automobilsalon in Genf 1997
Rinspeed Mono Ego - das erste einsitzige Automobil der Welt, das für die Strasse zugelassen ist!
Das Jubiläum
Zum 20-Jahre-Jubiläum der Firma Rinspeed AG hat sich Geschäftsführer Frank M. Rinderknecht (41) etwas Besonderes einfallen lassen: Er entwarf ein Fahrzeug, das eine Symbiose zwischen traditioneller Schönheit und zukunftsorientierter Technik darstellt - den Rinspeed Mono Ego. In nur einem Jahr Entwicklungszeit hat der Schweizer Auto-Veredler eine Jubliäums-Edelkarrosse auf die Beine gestellt, die beim Genfer Automobilsalon ein Zeichen setzen und darüber hinaus für Gesprächsstoff sorgen wird. Wie es der Name schon sagt, ist der Mono Ego etwas für Männer oder Frauen, die sich ab und zu etwas Zeit mit sich selbst gönnen: Es gibt weder einen Beifahrersitz noch einen Notsitz. Wer Mono Ego fährt, lauscht dem Herzschlag des V8-Motors und beobachtet, wie die lange Motorhaube die Landschaft teilt - und sonst gar nichts.
Die Idee
Frank M. Rinderknecht: "Der Mono Ego bedeutet für mich eine Horizonterweiterung, eine neue Herausforderung. Ich wollte Gesetz und Design unter einen Hut bringen. Der Mono Ego sollte ein absolut exklusives, aber strassentaugliches Fahrzeug werden. Zudem wollte ich mich mit dem Mono Ego weiter von denjenigen Auto-Tunern absetzen, die lediglich bestehende Produkte umbauen. Das Fahrzeug sollte einerseits an die Rennfahrzeuge der 50er Jahre erinnern, andererseits aber den neusten Stand der Technik und natürlich die Fähigkeiten von Rinspeed repräsentieren." Für die kurze Entwicklungszeit hat Frank M. Rinderknecht seine eigene Erklärung: "Wenn Dinge unter Zeitdruck entstehen, entwickeln sie sich meist besser, als wenn man lang hin und her überlegen kann." Das Resultat gibt ihm recht!
Ungewöhnlich an Frank M. Rinderknechts neuestem Wurf ist die Tatsache, dass der Rinspeed Mono Ego den geltenden EG-Normen entspricht und strassentauglich ist. "Wir wollten ein exklusives Fahrzeug bauen, das nicht nur als Pilotprojekt an Ausstellungen präsentiert, sondern auch auf der Strasse gefahren werden kann", unterstreicht Frank M. Rinderknecht eines der ehrgeizigen Ziele bei der Realisierung des Rinspeed Mono Ego. Was das Rinspeed-Kunstwerk kosten soll, in dessen Kofferraum sogar ein Golfsack bequem Platz hat, steht noch nicht fest.
Die Entwicklung
Bei der Realisierung des Entwurfs arbeitete Frank M. Rinderknecht mit modernster Technik. Das Fahrzeug wurde im CAD/CAM-Verfahren entwickelt. Mit dem CAD/CAM-Rechner (der auch in der Entwicklungsabteilung eines Gross-Serienherstellers eine gute Figur machen würde) konnten sämtliche Details eines 1:10-Modells so bearbeitet werden, dass beim 1:1-Modell kaum noch Änderungen angebracht werden mussten. Rinderknecht: "Mit dem CAD/CAM können wir eine unübertroffene Verarbeitungsqualität und ein unerreichtes Tempo bei der Realisierung bieten. Das hat uns bei der kurzfristig angesetzten Verwirklichung des Mono-Ego-Projekts natürlich sehr geholfen."
Unter anderem sind Kleinigkeiten wie Blink- und Stopplichthalterung perfekt verarbeitet und bereits in die Karosserie integriert. "Dinge, die normalerweise im nachhinein angebracht und angepasst werden. Es war für uns eine besondere Herausforderung, ein Fahrzeug zu entwickeln, das fast jeden Spielraum für Designideen zuliess, ohne dass die Strassentauglichkeit deswegen zu kurz kommt", erklärt der Vater einer 5 Jahre alten Tochter.
Die Partner
Ohne die Zusammenarbeit mit international renommierten Firmen und Persönlichkeiten wäre der Rinspeed Mono Ego nicht das, was er heute ist - ein in jeder Hinsicht exklusives Fahrzeug, welches das Zeug dazu hat, Autogeschichte zu schreiben. Der Modedesigner Jean-Charles de Castelbajac (der unter anderem für Champagner-Produzent "Pommery" arbeitet) hat aus dem Mono Ego ein fahrendes Kunstwerk gemacht. Das Fahrzeug leuchtet in den Farben der Trikolore, die mit kleinen Engeln und anderen, extra für den Mono Ego geschaffenen Emblemen verziert sind. Der Ledersitz ist mit einem durchsichtigen Überzug versehen, in den farbige Federn eingenäht sind. Exklusiver kann ein Autodesign nicht sein!
Frank M. Rinderknecht: "Wir haben Castelbajac künstlerisch alle Freiheiten gegeben, deshalb hat er als Franzose dem Mono Ego mit den Farben der Trikolore auch einen französischen Anstrich gegeben. So ist mit unserer Schweizer Firma Rinspeed und Castelbajac ein multikulturelles Kunstwerk entstanden." Jean-Charles de Castelbajac: "Es war ein besonderes Vergnügen, an einem solchen Projekt mitzuarbeiten - die schwungvollen Formen des Autos haben mich inspiriert."
Um die Reifen kümmerte sich die Firma Dunlop, die weltweit zu den grössten Grossserienherstellern und im High-Performance-Bereich zu den erfahrensten Reifenfabrikanten überhaupt gehört. Frank M. Rinderknecht: "Da zurzeit keine Reifen mit derartigen Abmessungen zu haben sind, mussten wir uns an einen Hersteller wenden, der schnell und flexibel genug reagieren konnte. Dunlop hat die Aufgabenstellung hervorragend gelöst." Dunlop entwickelte für den Mono Ego einen Hightech-Reifen mit völlig neuartiger Profilauslegung. Der Vorbote einer neuen Reifengeneration: Grip und Nässehaftung passen hervorragend zum Rinspeed Mono Ego. Die Einführung der Serienprodukte erfolgt schon im Frühjahr 1997.
Antera übernahm die Herausforderung, für die speziellen Dunlop-Reifen ebenso spezielle Felgen herzustellen. Die italienische Firma ist für ihr avantgardistisches Design und ungewöhnliche, technische Lösungen bekannt. Die Ventile beispielsweise sind hinter den Radnabenabdeckungen versteckt, damit das Gesamtbild der Felgen nicht durch auf dem Felgenbett abstehende Ventile gestört wird.
In Sachen Fahrwerkstechnik stand Rinspeed die Firma Eibach bei - der weltweit führende Hersteller von Fahrwerkskomponenten. Die auf Fahrwerkstechnologie spezialisierte Firma Eibach Suspension Technology , die neben den weltweit wichtigsten Motorsportteams unter anderem auch für den Formel-1-Stall McLaren tätig ist, entwickelte die Federbeine und die Stabilisatoren des Rinspeed Mono Ego. Eibach hat sich mit Fahrwerksentwicklungen für Fahrzeuge global einen erstklassigen Ruf verschafft. Beim Rinspeed Mono Ego stellt Eibach als Weltpremiere selbst konstruierte, vierfach verstellbare Renndämpfer vor. Diese Hi-Tech-Dämpfer sind in Eibach’s R&D-Center in England entwickelt und produziert worden, aufbauend auf der jahrzehntelangen Erfahrung von Eibach im weltweiten Markt. Mit dieser Produkte-einführung unterstreicht Eibach seinen Anspruch, sich in Zukunft auch als Fahrwerks-system-Spezialist im Markt zu etablieren.
Der österreichische Auspuffspezialist Remus entwickelte für den Rinspeed Mono Ego eine strömungsoptimierte Auspuffanlage. Der Name Remus verbindet Qualität mit ungewöhnlichen technischen Lösungen. Der im Rennsport von den Tourenwagen über den Rallyesport bis in die Formel 1 (Damon Hill) aktive Auspuffhersteller setzt seine daraus gewonnenen Erkenntnisse in seinen Produkten erfolgreich um.
Der Schweizer Automobilzulieferer Rieter Automotive Systems rüstete den Rinspeed Mono Ego mit allerfeinstem Bodenbelag aus. Die in der Öffentlichkeit wenig bekannte Firma ist auf integrierte Schall- und Hitzeschutzlösungen sowie Innenverkleidung von Fahrzeugen spezialisiert und beliefert weltweit fast alle Auto-Gross-Serienhersteller.
Damit die künstlerische Arbeit von Jean-Charles de Castelbajac auf dem Fahrzeug perfekt zur Geltung kommt, hat Burg Design alle Vorlagen in einem Hi-Tech-Verfahren digitalisiert. Die Firma aus Österreich konzentriert sich auf das Dekor für Spezialserien und Intérieur-Applikationen im High-Tech-Bereich. Unter anderem hat Burg Design ein Verfahren mit dem Namen Evotec entwickelt, durch das bei Aufklebern optisch ein 3D-Effekt entsteht. Deshalb sind die eng anliegenden Kotflügel sind beinahe unsichtbar: Ein raffiniert nachempfundenes Reifenprofil sorgt für die optische Täuschung.
Die Scheinwerfer, Rückleuchten und -spiegel gehören zu den wenigen Teilen, die nicht von Hand gefertigt sind: Sie stammen vom Hyundai Coupé Tiburon. Der Automobilhersteller aus Korea hat sich innerhalb weniger Jahre zur Nummer 10 der Welt hochgearbeitet.
Eine besondere Erwähnung verdient auch der Golfsack: Er wurde von der Schweizer Firma De'Shama hergestellt. De'Shama ist auf Reisegepäck und -systeme spezialisiert.
Die Firma German Classic Interiors ist für die perfekte Verarbeitung des Innenraums zuständig. German Classic Interiors ist auf die Innenraumgestaltung von Oldtimern und modernen Fahrzeugen spezialisiert.
Dank einer Radio-CD-Hifi-Anlage von Philips Car Systems kommt bei dem offenen Rinspeed Mono Ego auch die akustische Berieselung nicht zu kurz. Damit der Lenker oder die Lenkerin doch nicht ganz alleine unterwegs ist, sorgt die sympathische Beifahrerin Carin, das First-Class-Navigationssystem von Philips Car Systems. Carin führt die Besatzung sicher und stressfrei zum Ziel. Der Elektronikriese Philips gehört auf dem Automobilsektor zu den wichtigsten Erstausrüstern.
TLC Carrossiers Inc. schliesslich hat den ganzen Fahrzeugaufbau des Rinspeed Mono Ego übernommen. Die Firma ist in West Palm Beach im Staate Florida/USA zu Hause und hat schon beim Rinspeed Yello Talbo diese Aufgabe hervorragend gelöst.
Der Luftfracht-Spezialist Lufthansa besorgte den sorgfältigen, zuverlässigen und termingerechten Transport des Mono Ego zum rechtzeitigen und makellosen Auftritt vor der Weltpresse in Genf.
Die Technik
Unter der Verkleidung verbirgt sich ein V8-Aluminium-Motor mit 32 Ventilen, der mit einem Kompressor satte 410 PS leistet (maximale Aufladung 0,35 bar). Das Kraftpaket beschleunigt den Einsitzer aus dem Stand in 4,8 Sekunden auf 100 km/h (Höchstgeschwindigkeit 258 km/h). Die Aluminium-Karosserie verleiht dem Rinspeed Mono Ego aussergewöhnliche Stabilität. Dank der Leichtbauweise ist der Rinspeed Mono Ego nur 960 kg schwer - ein Leistungsgewicht, an dem auch Piloten von exklusiven, italienischen Sportwagen ihre helle Freude hätten. Das Leistungsgewicht ist um so erwähnenswerter, weil der Mono Ego mit 4623 mm etwa so lang ist wie ein Mercedes-Benz 500, aber rund 700 kg leichter. Das 5-Ganggetriebe wird von Hand geschaltet. Die 16-Zoll-Räder sind einzeln aufgehängt. Mit den ungewöhnlichen Reifenabmessungen (245/65 vorn, 275/70 hinten) setzt Rinspeed einen Trend, der sich an das Vorbild alter Rennwagen anlehnt: Hohe Flanke, breite Auflagefläche.
Die Vergangenheit
1977 gründete Frank M. Rinderknecht die Rinspeed Garage, die damals auf den Import von Sonnendächern und die Herstellung von Behindertenfahrzeugen spezialisiert war. Bereits zwei Jahre später machte Rinspeed am Autosalon Genf auf sich aufmerksam: Rinspeed präsentierte einen VW Golf Turbo mit Rechteckscheinwerfern. Frank M. Rinderknecht: "Die Rechteckscheinwerfer sind später oft und gerne kopiert worden." Erster Durchbruch in der Veredler-Szene bedeutete der Rinspeed Aliporta, ein VW Golf mit Flügeltüren. 1988 verwendete Rinspeed erstmals PES-Scheinwerfer an einem Ausstellungsfahrzeug. 1991 folgte am Genfer Auto-Salon die Präsentation des Porsche Turbo Speedster, der weltweit schnellsten Version. 1995 stellte Rinspeed mit dem Roadster R und SC-R zum ersten Mal eine eigene Marke vor, und 1996 wurde in Zusammenarbeit mit der Schweizer Ur-Technogruppe Yello der Rinspeed Yello Talbo vorgestellt. Letzter Höhepunkt des Rinspeed-schen Schaffens: Der Mono Ego mit dem Design von Jean-Charles de Castelbajac.